Luisa Schwermer Deutschland / März 2016


Im Rahmen meines Referendariats beim Oberlandesgericht München in Deutschland war ich von Januar bis März 2016 drei Monate lang in der Kanzlei Heskia-Hacmun in Tel Aviv, Israel, tätig.

Das Büro der Kanzlei Heskia-Hacmun befindet sich in der Kaufman Street 6, Gaon House (Gibor), 17 Etage – direkt am Strand von Tel Aviv.

In der Kanzlei arbeiten mehrere Anwälte, darunter die Partner Dor Heskia und der deutschsprachige Amos Hacmun. Der Anwalt Adi Zalk, welcher auch über gute Deutschkenntnisse verfügt, ist für die Praktikanten zuständig. Die Kanzlei arbeitet viel im Bereich des Zivilrechts, insbesondere im Gesellschafts-, Bank- und Erbrecht, Marken- und Patentrecht, Steuerrecht sowie im Bereich der internationalen Transaktionen. Die Arbeitssprachen der internationalen Anwaltskanzlei sind Englisch, Hebräisch und Deutsch.

Ich war froh, in alle Tätigkeitsbereiche der Kanzlei eingebunden worden zu sein. In diesem Zusammenhang hatte ich auch die Gelegenheit an zahlreichen Gerichtsverhandlungen teilzunehmen und somit einzigartige Einblicke in das israelische Rechtssystem und das israelische Verfahrensrecht zu erhalten. Viele Gerichtsverhandlungen wurden von einem englisch-hebräischen Dolmetscher begleitet und so konnte ich die Anhörungen ordnungsgemäß verfolgen. Rückblickend kann ich sagen, dass ich sehr von den Anhörungen profitiert habe. Jede meiner Fragen wurde umfassend und zu meiner Zufriedenheit beantwortet, so dass ich durch die Gerichtsverhandlungen einen guten praktischen Einblick erhielt. Zu meinen weiteren Aufgaben gehörte die juristische Recherche im Bereich des deutschen und US-Amerikanischen Recht sowie zu internationalen Rechtsfragen. Weiterhin erhielt ich Übersetzungsaufträge in deutscher und englischer Sprache.

Darüber hinaus habe ich bei der Korrespondenz mit deutschen Unternehmen, Behörden und Gerichten sowie dem deutschen Registergericht mitgewirkt. Ich habe mich mit open asset und Erbrecht befasst und habe außerdem Interviews mit rechtlichen Experten und Zeugen für die Gerichtsverhandlungen vorbereitet. Im Zuge dessen konnte ich von meiner deutschen juristischen Ausbildung profitieren, da sich die Mehrzahl dieser Fälle auch mit deutschen Recht befasst hat.

Vor allem genoss ich die familiäre Atmosphäre in der Kanzlei, wo ich wärmstens empfangen wurde. Die Anwälte erzählten mir viel über Tel Aviv und Israel. Es war mir ebenfalls möglich das Land zu bereisen. Andere Praktikanten aus Frankreich, Argentinien und Deutschland waren zur gleichen Zeit wie ich in der Kanzlei. Wir verbrachten immer unsere Mittagspause zusammen, unterhielten uns und tauschten Eindrücke von unserem Praktikum aus. Ich bin sehr dankbar für die großartigen Erfahrungen und Chancen, die ich durch meine Zeit bei der Anwaltskanzlei Heskia-Hacmun erhalten habe! Ich bin zuversichtlich, dass ich auf meinem zukünftigen Karriereweg von allem, was ich hier gelernt und erlebt habe, profitieren kann.